Tirol startet mit zahlreichen neuen Unterkünften in den Winter 2026/27. Vom wiederbelebten Alpenhof am Achensee bis zu neuen Designhotels und Apartments reicht die Palette.
Vom „Lost Place“ zum Boutique-Hotel am Achensee
Mehr als ein halbes Jahrhundert stand der ehemalige Alpenhof in Pertisau leer. Ende 2026 soll eines der bemerkenswertesten Hotel-Comebacks Tirols folgen: Das historische Gebäude direkt am Achensee wird als Mazaggs – Alpenhof am Achensee neu eröffnet.
Namensgeber ist der Tiroler Architekt Siegfried Mazagg. Bei der behutsamen Erneuerung soll die Geschichte des Hauses sichtbar bleiben, während Zimmer und Suiten Anleihen beim Art Déco nehmen. Damit bekommt der Achensee ein neues Boutique-Hotel, das vor allem Architektur, Kunst und Design in den Mittelpunkt rückt.
Auch im Zillertal entsteht ein großes neues Hotelprojekt. In Uderns eröffnet im Dezember 2026 THE GREEN. Das Resort liegt zwischen Golfplatz und Skigebiet und setzt stark auf Wellness. Geplant ist eine 3.300 Quadratmeter große In- und Outdoor-Wellnesslandschaft mit Pools, Saunen, Sky Garden und einem Naturbadesee.
Deutlich kleiner fällt ein Neuzugang in Leutasch aus. Nur rund 100 Schritte vom Hotel Quellenhof entfernt nimmt im November die Q Lodge ihren Betrieb auf. Die Dependance verfügt über lediglich 15 Zimmer und setzt auf großzügige Wohnbereiche, natürliche Materialien und moderne Architektur.

Neue Aparthotels setzen auf mehr Freiheit im Urlaub
Besonders viel Bewegung gibt es bei Apartments und Aparthotels. In Sölden eröffnet im Dezember 2026 das familiengeführte Twentyone Living. Angeboten werden Studios sowie größere Apartments für Familien und Freundesgruppen. Zum Konzept gehören ein Wellnessbereich sowie ein ungewöhnlicher Frühstücksservice: Am Morgen wartet ein Frühstückswagerl direkt vor dem Appartement.
Ebenfalls in Sölden geht Das Buggls mit 14 neu gestalteten Ferienwohnungen für zwei bis sechs Personen in die Wintersaison. Die zentrale Lage ermöglicht kurze Wege zu Bergbahnen, Restaurants und Geschäften.
In Kirchberg in den Kitzbüheler Alpen wurde wiederum aus dem ehemaligen Landhotel Lechner nach einem Brand ein neues Beherbergungskonzept. by Franz – Alpine Aparthotel verfügt über 13 Apartments. Sauna sowie Ski- und Bikeraum gehören ebenso dazu wie eine Photovoltaikanlage und eine Holzbauweise im Dachgeschoß.
Bereits seit Juli 2026 empfangen die Apartments ’43 in Reith im Alpbachtal Gäste. Neben Studios und Apartments gibt es fünf Stellplätze für Camper und Vans. Eine finnische Sauna, Bio-Kräutersauna und Infrarotkabine ergänzen das Angebot.

Übernachten neben Schloss und Burg
Unter den neuen Unterkünften finden sich auch Adressen mit ungewöhnlicher Geschichte. Direkt neben Schloss Friedberg in Volders wurde das rund 100 Quadratmeter große Appartement Fieger renoviert. Sichtbare Holzbalken und Naturstein erinnern an das historische Umfeld, drei Schlafzimmer bieten Platz für bis zu sechs Personen. Schloss Friedberg selbst blickt auf eine Geschichte zurück, die bis ins 13. Jahrhundert reicht.
Noch enger ist die Verbindung zur Vergangenheit bei Burg Trautson Living in Matrei am Brenner. Die Ferienwohnung für bis zu acht Personen befindet sich in der ehemaligen Kaplanei. Das Gebäude überstand den Bombenangriff von 1945, bei dem die Burg nahezu vollständig zerstört wurde. Historisches Mobiliar und die Lage auf einem Aussichtshügel prägen die Unterkunft.
Im Wipptal kommt mit Bergpanorama 1135 in Navis ein neu gebautes Apartmenthaus hinzu. Drei Ferienwohnungen für jeweils bis zu sechs Personen, Bergblick, Lift und Ladestationen für Elektroautos gehören zur Ausstattung.
In Mathon bei Ischgl startet die Residenz Seiblishof in ihre erste Wintersaison. Die Apartments kombinieren klassische Selbstversorgung mit Elementen aus der Hotellerie. Check-in und Service laufen über das Hotel Seiblishof.
Auch Osttirol bekommt Zuwachs: In Abfaltersbach wird ein ehemaliger Bauernhof zu Apartments VIER.ZWEI umgebaut. Vier rund 40 Quadratmeter große Ferienwohnungen entstehen dort, ergänzt um Skikeller, Aufenthalts- und Relaxbereich sowie finnische Sauna. Die Eröffnung ist spätestens für Anfang Dezember vorgesehen.

Hotel Klosterbräu kehrt nach Großbrand zurück
Nicht nur Neubauten verändern Tirols Hotellandschaft. In mehreren bekannten Häusern wird derzeit erweitert oder grundlegend modernisiert.
Besonders im Fokus steht das Hotel Klosterbräu in Seefeld. Nach dem Großbrand im April 2026 ist die Wiedereröffnung für Dezember geplant. Mit dem Wiederaufbau werden bereits zuvor vorgesehene Projekte verbunden. Dazu zählen ein Adults-Only-Saunahaus mit Panoramablick, ein etwa 50 Quadratmeter großer Naturbadeteich sowie die Renovierung des bestehenden Wellnessbereichs und weiterer Zimmer.
Im Tannheimer Tal wächst das Biohotel Bergzeit in Zöblen bis Dezember um 23 Zimmer und damit annähernd auf die doppelte bisherige Größe. Zusätzlich entstehen ein 18 Meter langer Pool, ein größerer Sauna- und Wellnessbereich sowie Räume für Yoga und Fitness.
In Fügen erweitert sich Central Hoamat um 18 Apartments. Dazu kommen modernisierte Zimmer und Apartments im bestehenden Gebäude, ein Panorama-Rooftop-Pool, getrennte Familien- und Adults-Only-Saunabereiche sowie Fitness- und Spielmöglichkeiten.
130 Jahre alte Hütte am Zahmen Kaiser wird erneuert
Eine der ungewöhnlichsten Wiedereröffnungen findet nicht im Tal, sondern am Berg statt. Nach rund zwei Jahren Bauzeit soll die mehr als 130 Jahre alte Vorderkaiserfeldenhütte im Kufsteinerland im Oktober 2026 wieder öffnen.
Die Alpenvereinshütte am Zahmen Kaiser wurde generalsaniert und technisch auf einen zeitgemäßen Stand gebracht. Dabei soll ihr historischer Charakter erhalten bleiben. Neu hinzu kommt ein Selbstversorgerhaus mit Winterraum.
Künftig ist die Vorderkaiserfeldenhütte ganzjährig geöffnet – damit steht sie nach der Sanierung auch wieder für Wintertouren am Zahmen Kaiser zur Verfügung.
Ein Beitrag von Thomas Leitner





