Österreich hat weit mehr zu bieten als die bekannten Touristenmagnete. Versteckte Bergdörfer, stille Seen, urige Almen und beeindruckende Naturlandschaften machen Lust auf einen Kurzurlaub abseits der großen Besucherströme. Wir stellen 15 besondere Reiseziele vor – mit konkreten Tipps für die nächste Auszeit.
Wer an Urlaub in Österreich denkt, hat meist Hallstatt, Salzburg, den Wolfgangsee oder die bekannten Tiroler Ferienorte im Kopf. Doch zwischen Vorarlberg und dem Burgenland gibt es zahlreiche Regionen, die touristisch weniger im Rampenlicht stehen. Manche sind selbst unter Österreichern kaum bekannt, andere überraschen mit versteckten Plätzen abseits der beliebten Ausflugsziele.
Ob ein verlängertes Wochenende zu zweit, ein spontaner Kurzurlaub oder ein paar Tage in der Natur: Diese 15 Reiseziele zeigen, dass es sich lohnt, Österreich auch abseits der klassischen Urlaubshotspots zu entdecken.
1. Lesachtal in Kärnten – wo die Uhren langsamer gehen
Das Lesachtal gehört zu den ursprünglichsten Bergregionen Österreichs. Zwischen den Karnischen Alpen und den Lienzer Dolomiten liegen kleine Dörfer, traditionelle Bauernhöfe und eine Landschaft, die weitgehend von großen Hotelanlagen verschont geblieben ist.
Besonders sehenswert ist der Wallfahrtsort Maria Luggau. Hier führt ein kurzer Mühlenwanderweg zu historischen Wassermühlen, die teilweise noch heute zum Mahlen von Getreide genutzt werden. Auch das traditionelle Lesachtaler Brot gehört zu den kulinarischen Besonderheiten der Region.
Unser Tipp: Den Mühlenweg in Maria Luggau erkunden und anschließend regionale Spezialitäten probieren. Ideal für einen ruhigen Kurzurlaub im Frühling, Sommer oder Herbst.
2. Villgratental in Osttirol – ein Tal ohne Massentourismus
Während sich in vielen Tiroler Ferienregionen große Hotels und Liftanlagen aneinanderreihen, hat sich das Villgratental seinen ursprünglichen Charakter bewahrt. Die beiden Orte Außervillgraten und Innervillgraten stehen für traditionelle Berglandwirtschaft, Natur und einen bewusst zurückhaltenden Tourismus.
Ein besonders schönes Ausflugsziel ist die Oberstalleralm. Die historische Almsiedlung mit ihren dunklen Holzhütten liegt eingebettet in eine eindrucksvolle Berglandschaft und zählt zu den schönsten Fotomotiven Osttirols.
Unser Tipp: Ein Ausflug zur Oberstalleralm. Besonders im Frühsommer und Herbst zeigt sich die Berglandschaft von ihrer eindrucksvollen Seite.
3. Ausseerland – versteckte Plätze abseits der bekannten Seen
Das Ausseerland im steirischen Salzkammergut ist längst kein unbekanntes Urlaubsziel. Doch abseits des beliebten Altausseer Sees gibt es Plätze, die viele Besucher übersehen.
Einer davon ist der Ödensee bei Pichl-Kainisch. Der kleine Moorsee liegt inmitten einer waldreichen Landschaft und eignet sich hervorragend für einen gemütlichen Spaziergang. Auch die umliegenden Ortschaften bieten zahlreiche Möglichkeiten, das Salzkammergut von seiner ruhigeren Seite kennenzulernen.
Unser Tipp: Eine Wanderung rund um den Ödensee mit anschließender Einkehr in einem traditionellen Gasthaus.
4. Bucklige Welt – Niederösterreichs sanftes Hügelland
Südlich von Wien beginnt eine Landschaft, die ihren Namen völlig zu Recht trägt: die Bucklige Welt. Unzählige Hügel, kleine Ortschaften, Streuobstwiesen und weite Ausblicke prägen diese Region.
Ein lohnendes Ausflugsziel ist der Hutwisch bei Hochneukirchen. Von der Aussichtswarte eröffnet sich ein weiter Blick über das Hügelland. Die Region ist außerdem für ihre bäuerlichen Produkte und gemütlichen Gasthäuser bekannt.
Unser Tipp: Eine Wanderung zum Hutwisch mit anschließender kulinarischer Einkehr. Besonders reizvoll ist die Landschaft im Frühling und zur herbstlichen Laubfärbung.
5. Südsteiermark – mehr als Weinberge und Buschenschänken
Die Südsteiermark gehört zu den beliebtesten Genussregionen Österreichs. Trotzdem lassen sich zwischen Weinbergen, kleinen Ortschaften und bewaldeten Hügeln zahlreiche ruhigere Plätze entdecken.
Eine besondere Alternative zu den klassischen Weinstraßen-Ausflügen ist die Heiligengeistklamm bei Leutschach. Der Wanderweg führt entlang eines Baches durch eine bewaldete Schlucht mit kleinen Wasserfällen und felsigen Passagen. Festes Schuhwerk ist erforderlich.
Wer es gemütlicher mag, findet entlang der Südsteirischen Weinstraße zahlreiche Möglichkeiten für eine kulinarische Auszeit.
Unser Tipp: Eine Wanderung durch die Heiligengeistklamm mit anschließender Einkehr in einer Buschenschank.
6. Weißensee in Kärnten – ein Naturparadies im Herbst
Der Weißensee ist zwar längst bekannt, doch außerhalb der sommerlichen Hochsaison zeigt sich Österreichs höchstgelegener großer Badesee von einer besonders ruhigen Seite.
Vor allem im Herbst, wenn sich die umliegenden Wälder bunt färben, entfaltet die Region ihren besonderen Reiz. Der See liegt auf rund 930 Metern Seehöhe und ist von einer beeindruckenden Berglandschaft umgeben.
Besonders reizvoll sind Spaziergänge und Wanderungen entlang des weniger verbauten Ostufers. Auch eine Schifffahrt bietet neue Perspektiven auf die Landschaft.
Unser Tipp: Den Weißensee im September oder Oktober besuchen und die herbstliche Stimmung bei einer Wanderung am See genießen.
7. Nationalpark Kalkalpen – Oberösterreichs wilde Waldlandschaft
Wer ursprüngliche Natur erleben möchte, findet im Nationalpark Kalkalpen in Oberösterreich ein außergewöhnliches Reiseziel. Alte Wälder, Schluchten und abgelegene Täler prägen das Schutzgebiet zwischen Sengsengebirge und Reichraminger Hintergebirge.
Ein besonders lohnendes Ausflugsziel ist der Bodinggraben bei Molln. Das idyllische Tal ist Ausgangspunkt für Wanderungen und bietet Einblicke in eine Landschaft, in der sich die Natur weitgehend ungestört entwickeln kann.
Unser Tipp: Eine Wanderung im Bodinggraben unternehmen. Wer mehr über die Tier- und Pflanzenwelt erfahren möchte, kann sich einer geführten Nationalpark-Tour anschließen.
8. Mühlviertel – Granit, Moore und kleine Dörfer
Das Mühlviertel im Norden Oberösterreichs ist eine Region für alle, die gerne wandern, Rad fahren oder einfach ein paar Tage abschalten möchten.
Typisch sind die sanften Hügel, mächtigen Granitblöcke und weitläufigen Wälder. Dazwischen liegen kleine Ortschaften, traditionelle Wirtshäuser und Handwerksbetriebe.
Ein besonders schönes Naturerlebnis bietet das Tanner Moor bei Liebenau. Das Hochmoor zählt zu den bemerkenswerten Naturlandschaften der Region und lässt sich auf ausgewiesenen Wegen erkunden.
Unser Tipp: Eine Wanderung im Tanner Moor mit einem Abstecher zum Rubener Teich. Besonders schön im Spätsommer und Herbst.
9. Waldviertel – mystische Felsen und stille Wälder
Das Waldviertel im Norden Niederösterreichs ist wie geschaffen für einen Kurzurlaub abseits des Trubels. Große Wälder, Teiche, Granitformationen und kleine historische Städte bestimmen das Landschaftsbild.
Besonders sehenswert ist der Naturpark Blockheide bei Gmünd. Riesige Granitblöcke liegen hier scheinbar wahllos in der Landschaft verteilt. Manche wirken, als könnten sie jeden Moment ins Rollen geraten.
Daneben locken die Region rund um den Ottensteiner Stausee sowie zahlreiche Wander- und Radwege.
Unser Tipp: Den Naturpark Blockheide besuchen und anschließend einen Ausflug nach Gmünd unternehmen.
10. Oberes Murtal – Natur und Geschichte in der Steiermark
Das Obere Murtal verbindet alpine Landschaften mit historischen Städten und traditioneller steirischer Gastfreundschaft.
Ein guter Ausgangspunkt für einen Kurzurlaub ist Murau. Die Altstadt mit ihren historischen Gebäuden lädt zum Bummeln ein, während die umliegenden Berge zahlreiche Möglichkeiten für Wanderungen bieten.
Auch die Fahrt mit der Murtalbahn ist eine interessante Möglichkeit, Teile der Region aus einer anderen Perspektive kennenzulernen.
Unser Tipp: Einen Stadtspaziergang durch Murau mit einem Ausflug in die umliegende Berglandschaft verbinden.
11. Hochschwab-Region – Berge, Quellen und türkisgrünes Wasser
Die Hochschwab-Region in der Steiermark begeistert mit schroffen Felswänden, ausgedehnten Almen und eindrucksvollen Naturlandschaften.
Besonders bekannt ist der Grüne See bei Tragöß. Seine außergewöhnliche Wasserfarbe macht ihn zu einem beliebten Fotomotiv. Er ist also längst kein Geheimtipp mehr, die umliegende Region bietet aber zahlreiche weniger frequentierte Wanderwege und Naturerlebnisse.
Auch die Gegend rund um Wildalpen und das Salzatal ist für Naturliebhaber interessant.
Unser Tipp: Den Grünen See außerhalb der stark besuchten Wochenenden erleben und weitere Wanderungen in der Hochschwab-Region einplanen.
12. Nationalpark Thayatal – Naturidylle an der Grenze
Im Norden Niederösterreichs liegt mit dem Nationalpark Thayatal ein vergleichsweise kleines, aber besonders vielfältiges Schutzgebiet.
Die Thaya schlängelt sich hier durch eine bewaldete Tallandschaft, die von steilen Hängen und beeindruckenden Aussichtspunkten geprägt ist.
Ein schönes Ausflugsziel ist die Ruine Kaja bei Merkersdorf. Auch die Wanderwege rund um Hardegg bieten reizvolle Einblicke in die Natur des Nationalparks.
Unser Tipp: Einen Spaziergang durch Hardegg mit einer Wanderung im Nationalpark verbinden. Besonders reizvoll ist das Gebiet im Frühling und Herbst.
13. Kaiserwinkl – Tirol von seiner entspannten Seite
Zwischen den Chiemgauer Alpen und dem Kaisergebirge liegt der Kaiserwinkl mit den Orten Kössen, Walchsee, Schwendt und Rettenschöss.
Die Region ist touristisch gut erschlossen, bietet aber abseits der beliebtesten Plätze zahlreiche Möglichkeiten für einen entspannten Kurzurlaub.
Der Walchsee lädt im Sommer zum Baden ein, während Wanderer in den umliegenden Bergen abwechslungsreiche Routen finden. Ein besonderes Naturerlebnis ist die Schwemm bei Walchsee, eines der bedeutenden Moorgebiete Tirols.
Unser Tipp: Einen Spaziergang im Bereich der Schwemm mit einer gemütlichen Runde am Walchsee verbinden.
14. Almenland – die grüne Seite der Steiermark
Weite Almwiesen, sanfte Bergrücken und traditionelle Hütten machen den Naturpark Almenland zu einem reizvollen Ziel für einen Kurzurlaub.
Besonders bekannt ist die Teichalm mit ihrem See und den umliegenden Wanderwegen. Wer etwas mehr Ruhe sucht, findet auf den zahlreichen Almwegen der Region schöne Plätze für eine Auszeit.
Kulinarisch ist das Almenland unter anderem für regionale Rindfleischspezialitäten bekannt.
Unser Tipp: Eine Wanderung auf der Teichalm oder Sommeralm mit einer Einkehr auf einer bewirtschafteten Almhütte verbinden.
15. Carnica-Region – Kärntens Süden entdecken
Im Süden Kärntens, nahe der slowenischen Grenze, verbindet die Region Carnica-Rosental alpine Landschaften mit südlichen Einflüssen.
Ein besonders eindrucksvolles Ausflugsziel ist die Tscheppaschlucht bei Ferlach. Stege, Brücken und Wasserfälle machen die Wanderung zu einem besonderen Naturerlebnis. Die Schlucht ist allerdings kein gemütlicher Spazierweg und erfordert Trittsicherheit.
Wer es ruhiger angehen möchte, findet im Rosental zahlreiche Möglichkeiten für Radtouren und Ausflüge entlang der Drau.
Unser Tipp: Die Tscheppaschlucht besuchen oder das Rosental auf einer Radtour erkunden. Öffnungszeiten und Wegverhältnisse sollten vorab geprüft werden.
Welcher Geheimtipp passt zu welchem Kurzurlaub?
Nicht jedes Reiseziel ist für jeden Urlaubstyp gleich gut geeignet. Wer vor allem Ruhe sucht, ist im Lesachtal oder Villgratental richtig. Für Genussurlauber bieten sich die Südsteiermark und die Bucklige Welt an. Wanderer finden im Nationalpark Kalkalpen, im Hochschwabgebiet und im Almenland abwechslungsreiche Möglichkeiten.
Wer gerne am Wasser unterwegs ist, sollte den Weißensee, das Ausseerland oder den Kaiserwinkl ins Auge fassen. Das Waldviertel und Mühlviertel wiederum eignen sich besonders für Reisende, die Natur, kleine Orte und regionale Kulinarik miteinander verbinden möchten.
So wird der Kurzurlaub in Österreich besonders schön
Für viele dieser Reiseziele reichen bereits zwei bis drei Übernachtungen, um einen guten Eindruck von der Region zu bekommen. Wer allerdings längere Wanderungen plant oder mehrere Orte erkunden möchte, sollte etwas mehr Zeit einplanen.
Besonders empfehlenswert sind Reisen außerhalb der Hauptsaison. Im Frühling und Herbst sind zahlreiche Regionen weniger stark besucht. Gleichzeitig bieten sich oft ideale Bedingungen für Wanderungen, Radtouren und kulinarische Entdeckungen.
Bei alpinen Zielen sollte man allerdings die Wetterbedingungen, die Schneelage und die Öffnungszeiten von Hütten und Ausflugszielen berücksichtigen.
Auch eine Unterkunft abseits der bekannten Ferienzentren kann sich lohnen. Kleine Gasthöfe, Pensionen und familiengeführte Hotels bieten häufig einen persönlichen Einblick in die jeweilige Region.
Fazit: Österreichs schönste Reiseerlebnisse müssen nicht immer an den bekanntesten Urlaubsorten stattfinden. Manchmal genügt ein Abstecher in ein Seitental, eine Wanderung zu einem kleinen See oder ein Wochenende in einer bislang unbekannten Region, um das eigene Land neu zu entdecken.
Ein Beitrag von Thomas Leitner





