LEIPZIG. Die neuen Anlagen „Loriversum“ und „Amazonien“ bieten auf einer gigantischen Fläche unmittelbare Begegnungen mit seltenen Vogelarten in einer spektakulär gestalteten, naturnahen Umgebung
Die Farbenpracht Asiens und der pulsierende Rhythmus Südamerikas haben im Zoo Leipzig ein neues, spektakuläres Zuhause gefunden. Pünktlich zum Osterfest 2026 verwandelte sich das Herz des Tiergartens in eine paradiesische Kulisse, als die Pforten zu den neuen, begehbaren Großvolieren feierlich geöffnet wurden.
Wo früher Pinguine und Bartaffen residierten, erstreckt sich nun eine visionäre Landschaft, die Mensch und Tier auf eine Weise zusammenbringt, die bisher unvorstellbar war. Es ist ein Meilenstein in der Entwicklung zum modernen Erlebnispark, der Naturschutz und Faszination perfekt vereint.
Ein Millionprojekt für den Zoo der Zukunft
Hinter der glanzvollen Eröffnung steht eine beeindruckende logistische und finanzielle Leistung. Innerhalb von nur 16 Monaten Bauzeit wurden rund 5,4 Millionen Euro investiert, um die ehemaligen Anlagen der Sittiche und Pinguine komplett zu transformieren. Diese Investition ist Teil des ambitionierten Masterplans, der den Standort als „Zoo der Zukunft“ positioniert. Die neuen Vogelwelten fungieren dabei als strategisches Bindeglied zwischen den künftigen asiatischen Inselwelten und der bereits etablierten Erlebniswelt Südamerika. Das Resultat ist eine fließende Geografie des Staunens, die den Besuchern eine nahtlose Reise durch die Kontinente ermöglicht, während sie die zentralen Wege des Geländes erkunden.
Eintauchen in das farbenfrohe Loriversum
Das „Loriversum“ bildet das Herzstück der asiatischen Sektion. Auf einer Fläche von 540 Quadratmetern und unter einer zehn Meter hohen Kuppel bestimmen vor allem die Forstenloris das Geschehen. Bis zu 100 dieser flinken und farbenfrohen Vögel, die in ihrer Heimat Südostasien stark gefährdet sind, bevölkern die Voliere. Ergänzt wird die Gemeinschaft durch faszinierende Mitbewohner wie die mächtigen Rotbug-Krontauben – die größten Tauben der Welt – sowie exotische Rosakopf-Fruchttauben und Blaukappenhäherlinge. Die Architektur erlaubt es, die Flugbahnen der Vögel aus nächster Nähe zu verfolgen, was ein intensives akustisches und visuelles Erlebnis schafft, das weit über eine klassische Beobachtung hinausgeht.
Abenteuer im Regenwald von Amazonien
Nicht weniger beeindruckend präsentiert sich die 830 Quadratmeter große Voliere „Amazonien“. Der Zugang erfolgt symbolträchtig durch das Innere eines Urwaldriesen, bevor sich der Blick auf eine originalgetreue Nachbildung des südamerikanischen Regenwaldes öffnet. Hier ziehen die vom Aussterben bedrohten Blaukehlaras als Leitart die Blicke auf sich. Eine Besonderheit ist die integrierte „Hochzeitsvoliere“, die speziell für die Partnerwahl dieser seltenen Papageien konzipiert wurde. Neben den prachtvollen Grünflügelaras bevölkern Jamaikaamazonen und Sonnensittiche den zehn Meter hohen Flugraum. Zoodirektor Prof. Jörg Junhold betont, dass diese Anlage eine wichtige Brücke zum globalen Artenschutz schlägt und die dramatische Lage vieler Spezies ins öffentliche Bewusstsein rückt.
Ein Bericht von ThomasLeitner





