Tirols älteste Krippen: Drei besondere Schätze zur Weihnachtszeit

Die Dorfkrippe von Tulfes ist eine der ältesten Krippen Österreichs. (Foto: Marco Schweitzer)

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TIROL. Hirten in Lederhosen, jahrhundertealte Figuren und offene Haustüren: In der Region Hall-Wattens wird die Weihnachtszeit zur Reise in die Vergangenheit.

In der Tiroler Region Hall-Wattens verbirgt sich ein besonderes Stück Weihnachtsgeschichte. In Tulfes, Hall und Thaur können Besucher jahrhundertealte Krippen entdecken, die zu den ältesten erhaltenen Exemplaren Mitteleuropas zählen. Besonders lebendig wird diese Tradition beim „Krippeleschaug’n“, wenn Einheimische ihre Türen öffnen und ihre kunstvollen Weihnachtskrippen zeigen.

Tulfes: Wenn die Hirten Lederhosen tragen

Eine Weihnachtskrippe mit typisch Tiroler Charakter steht in Tulfes. Die historische Dorfkrippe überrascht mit kunstvoll geschnitzten Holzfiguren, deren Arme und Beine beweglich sind. Besonders ungewöhnlich: Die Hirten tragen keine orientalischen Gewänder, sondern traditionelle Tiroler Tracht samt Lederhosen.

Aufgestellt wird die Dorfkrippe jedes Jahr vor dem dritten Adventsonntag. Zu sehen ist sie bis kurz vor dem 20. Jänner. Auch die Pfarrkirche birgt einen besonderen Schatz: Dort kann ab Heiligabend das Jesukind bewundert werden.

Hall und Thaur: Weihnachtsgeschichte aus dem 17. Jahrhundert

Nur wenige Kilometer entfernt warten weitere Zeugnisse jahrhundertealter Krippenkunst. Die Krippe in der Jesuitenkirche in Hall stammt aus dem Jahr 1609 und zählt zu den ältesten Mitteleuropas.

In Thaur befindet sich am Maxnhof eine weitere Rarität: eine der ältesten erhaltenen privaten Krippen, deren Ursprung in die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts zurückreicht.

Die historischen Figuren erzählen nicht nur die biblische Weihnachtsgeschichte, sondern geben auch Einblicke in die Volkskunst und religiösen Traditionen vergangener Jahrhunderte.

Krippeleschaug’n: Ein Weihnachtsbrauch mit UNESCO-Anerkennung

Besonders persönlich lässt sich die Tiroler Krippenkultur beim traditionellen „Krippeleschaug’n“ erleben. Seit 2021 zählt dieser Brauch zum immateriellen Kulturerbe Österreichs.

Dabei öffnen Familien ihre Häuser und präsentieren Besuchern ihre oft über Generationen gepflegten Krippen. Bei geführten Rundgängen gibt es neben kunstvollen Figuren auch Geschichten über ihre Entstehung zu entdecken. Mancherorts gehören Selbstgebackenes und ein Glas „Gloriawasser“ zur Gastfreundschaft.

Ab etwa 22. Dezember 2026 finden wieder Krippenbesichtigungen in verschiedenen Orten der Region Hall-Wattens statt. Damit bietet sich rund um Weihnachten ein Ausflug an, der Tiroler Handwerkskunst, Geschichte und gelebtes Brauchtum miteinander verbindet.

Weitere Informationen und Termine: www.hall-wattens.at/krippen

Ein Beitrag von Thomas Leitner

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